Spendenstand für Borgward L.T. 4.








Am 12.9.2014 wurde zwischen Vertretern der Selfkantbahn und des Geilenkirchener Autohauses Senden die Vereinbarung zur Aufarbeitung des Aufliegers des BORGWARD-Leichttriebwagens in dieser Werkstätte vereinbart. Das Fahrzeug war schon zuvor, am 28. August, in Geilenkirchen eingetroffen, und so konnten am Objekt erste Schritte besprochen werden.

 

Die Kölner  "Zug um Zug" unterstützt unser Projekt und hat die Aufarbeitung der Sitzbänke übernommen! Die erste Sitzbank vom Auflieger ist bereits in Köln.

1984 wurde der Verein Zug um Zug e.V. mit dem Ziel gegründet, „sowohl einen Beitrag zur Behebung der Jugendarbeitslosigkeit zu leisten als auch denkmalgeschütztes Kulturgut zu erhalten.” Erstes Projekt war der Wiederaufbau des alten Worringer Bahnhofs von 1855 als denkmalgeschütztes Gebäude in Köln-Nippes durch arbeitsuchende junge Erwachsene. Seit diesem Projekt haben sich die Tätigkeitesfelder des Vereins und seiner gemeinnützigen Tochtergesellschaften deutlich erweitert und spezifiziert. Übergeordnetes  Ziel ist die gesellschaftliche Teilhabe arbeitsuchender Menschen durch Integration in Arbeit zu ermöglichen.  Dies umfasst die Organisation und Durchführung von Angeboten zur

  • Beschäftigung,
  • Qualifizierung und
  • Arbeitsvermittlung

Ausführliche Information zu Zug um Zug sind im Internet unter www.zugumzug.org zu finden.

 

Ein Arbeitseinsatz in Sehnde wurde genutzt, um den jetzt im Freien und nicht mehr im Dunkeln stehenden und von allen Seiten gut zugänglichen Wagenkasten zu inspizieren:
Der Rahmen ist in einem guten Zustand. Hier sind außer Sandstrahlen und Lackieren keine größeren Arbeiten erforderlich. Auch das Tragwerk oberhalb des Fußbodens ist nach Augenschein in einem eher noch guten Zustand. Unterhalb der Fußbodenebene sind die Ständer hingegen angenagt und ein an der Unterkante umlaufendes L-Profil ist nur noch in Fragmenten vorhanden. Auf der "Beifahrerseite" ist an der Öffnung der Schiebetür ein neuer Ständer eingeschweißt worden. Der zweite Ständer der Türöffnung ist herausgetrennt. Ein neues U-Profil wurde passend gebogen und eingepasst, beim vor 20 Jahren abgebrochenen Restaurierungsversuch aber nicht mehr eingeschweißt. Auch in das Dach wurden an den Außenkanten an einigen Stellen Reparaturbleche eingepaßt.
Außer zwei Aufnahmen von Triebwagen L.T.1 - der zudem in Detail vom L.T. 4. abwich - sind uns von den Sylter Triebwagen leider keine Innenaufnahmen bekannt; das gleiche gilt für das Fahrerhaus. Vielleicht kann uns hier ein Leser weiterhelfen?

Bei einem weiteren Termin am 27. Mai wurden vor Ort in Oberhausen die ersten Gewerke an der Zugmaschine besprochen. In zwei bis drei Monaten wird in der Werkstatthalle ein Platz frei und die Arbeiten können dann beginnen.

Auch in Schierwaldenrath wird es mit den Arbeiten jetzt weitergehen:

  • Überholung Vorderachse, Federn und Radscheiben
  • Durchsicht Getriebe und neu abdichten
  • Reinigen und Ausbessern der Orginal-Sitzbank aus dem Fahrerhaus
  • Demontage der restlichen Anbau- und Beschlagteile vom Fahrerhaus; Dokumentation vom Fahrerbaum und Korrosionsvorsorge


Da diese Arbeiten momentan i.W. als "one man show" laufen, werde ich hiermit in den nächsten Monaten gut ausgelastet sein. Wer mitarbeiten will: Einfach bei Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! melden.

Nach Vorarbeiten am Wochenende konnten wir am Montag den 12. Mai den L.T. 4. aus der Abstellhalle in Sehnde ziehen, den Auflieger abheben und die Zugmaschine und das Drehgestell verladen.  Das Fahrgestell ist zwischenzeitlich in einer Werkstatt in Oberhausen zur Aufarbeitung angekommen. Mit einem weiteren LKW haben wir gleichzeitig die Sitze und jede Menge weiterer "loser" Teile abgeholt, die jetzt wie das Drehgestell im Selfkant zwischengelagert werden. Insgesant waren 5 Selfkantbahner vor Ort in Sehnde und zwischen Samstag und Montag sind sicherlich weit über 70 Arbeitsstunden geleistet worden.

Beide Tage haben wir genutzt um bereits in Schierwaldenrath eingelagerte Anbauaggregate zu inspezieren. Bei Lichtmaschine und Anlassen sehen Kohlen und Lager noch gut aus. Wenn auch bei einer elektrischen Überprüfung keine Auffälligkeiten auftreteen reicht hier eine ein Lackierung der Gehäusedeckel für eine Aufarbeitung aus. 
Hingegen zeigten sich nach dem Zerlegen der Wasserpumpe deutliche Korrosionsspuren an der Pumpenwelle im Bereich der Dichtfläche des Simmerrings. Hier müssen wir die Welle aufarbeiten lassen oder eine Tauschpumpe nehmen.

Am LT4 fehlte der Luftpresser der Druckluftbremse. Im Gegensatz zum einzylindrigen Luftpresser in B 4000 im Straßenbetrieb hatte hier die SVG einen zweizylindrigen Luftpresser von Knorr Typ V 60 eingebaut. Glücklicherweise haben wir im Lager noch einen solchen Luftpresser liegen - der zudem von der Sylter Inselbahn stammt. Ihn hatten wir vor über 20 Jahren aus der Diesellok V14 ausgebaut. Nach der Abnahme des Deckels zeigten sich die Zylinder in einem guten Zustand. Nach einer gründlichen Reinigung und einem Ölwechsel haben wir den Luftpresser wieder zusammengebaut.

 

Der Rest des Samstages haben wir genutzt um am Armaturenbretter und Klemmenleiste notierte Kabelbelegungen soweit es ging zu entziffern und zu dokumentieren. Zwischenzeitlich konnten wir am Borgward-Fabrikschild nebem dem Baujahr 1953 auch die Fabriknummer der Zugmaschine entziffern: 7964.

Die nächste Großaufgabe ist das Verladen und Abholen des LT4  in Sehnde.

Am 28. und 29. April war ein Mitglied vor Ort in Sehnde um alle "losen" Teile vom LT4 zu sichten, zu inventarisieren und für den Abtransport in Kartons zu verpacken bzw. große Teile geordnet zu stapeln. Jetzt haben wir auch im Detail einen guten Überblick welche Teile noch aufgearbeitet werden können oder nachzufertigen sind. Für einige abgängige Profile vom Auflieger wie z.B. die Regenrinne konnten wir über Ausmessen und Vergleichen in aktuellen Katalogen von Bus- und LKW-Ersatzteilen noch verfügbare Neuteile finden.

Heute haben wir das Fahrerhaus für den LT 4 von Sehnde nach Gilfhorn zum Schreiner gebracht. Das Verladen und Abladen war eine Sache von etwas über einer Stunde bzw. 30 min - bei rund 800 km Fahrstrecke ab Schierwaldenrath waren wir zu zweit dann doch gut 13 Stunden unterwegs. Zum Einsatz kam der neue Anhänger der Selfkantbahn der standesgemäß das Kennzeichen "GK-B 1900" trägt.

Am 15. März waren wir wieder vor Ort in Sehnde. Das Fahrerhaus hängt jetzt am Mobilkran und wurde auch probeweise hochgehoben. Bei passender Gelegenheit werden wir das Fahrerhaus verladen und zu Schreiner bringen.

"Was macht denn der Sylter Borgward-Triebwagen L.T. 4.?"

Diese und ähnliche Fragen erreichen die Redaktion unserer Zeitschrift "Die Selfkantbahn" regelmäßig. Um den Wissensdurst zu stillen haben wir uns entschlossen hier regelmäßig über den akutellen Stand der Restaurierungsarbeiten zu berichten. 

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Am 31. Januar und 1. Februar waren wir zur viert vor Ort im Straßenbahnmuseum in Sehnde um die Borgward Zugmaschine für die Restaurierung und den Abtransport vorzubereiten. Das Fahrerhaus wurde losgeschraubt und sitzt jetzt lose auf dem Rahmen. Es wird bei passender Gelegenheit zur Aufarbeitung vom Fahrgestell abgehoben.  Auch sind sämtliche sonstige Anbauteile oberhalb der "Gürtellinie" bzw. des Rahmens behutsam abgebaut worden. Der Arbeitseinsatz wurde auch genutzt, um die noch im Auflieger liegenden losen Teile zu inventarisieren. 

Zwei Wochen später, am 15. Februar, wurde der freigelegte Tauschmotor aus einem Teileträger zum Ausheben vorbereitet. Dieses Fahrzeug wird auch weitere Teile spenden, die am L.T. 4. nicht mehr oder nur noch irreparabel vorhanden sind.

Wer bei der Aufarbeitung vom L.T. 4. helfen will kann sich an  "Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!" wenden!