Spendenstand für Borgward L.T. 4.








Die erste Blattfeder ist zerlegt und entrostet.

Heute haben wir das Getriebe und die Blattfedern in Oberhausen abgeholt und den Rahmen in der Strahlhalle begutachtet. Beim Sandstrahlen sind keine größeren Korrosionsschäden sichtbar geworden. Auch die Gelenkwellen können nach dem Stand der Dinge weiter verwendet werden. In der nächsten Woche werden die gestrahlten Teile grundiert.
In Schierwaldenrath haben wir neugierig den Getriebedeckel abgenommen: Das Getriebeöl hat sich in den über 40 Jahren Standzeit in eine honigartige Masse verwandelt. Offenbar hat dieser "Honig" aber eine gute Korrosions-Schutzwirkung. Auf den Getriebezahnrädern ist kein Rost zu entdecken. Augenscheinlich sind die Zahnräder auch sonst in einem guten Zustand. Sollten sich auch nach der Reinigung keine Schäden zeigen kann sich die Aufarbeitung des Getriebes auf den Austausch von Dichtungen und das  Lackieren beschränken.

Heute wurde in Oberhausen beim NVC ( http://www.nvc-oberhausen.com )  der Rahmen inspiziert.  Im Summe zeigt sich der Rahmen in einem noch recht guten Zustand. Sollten beim Sandstrahlen nicht weitere Schäden entdeckt werden, beschränkt sich die Instandsetzung auf einzelne Ausleger und Traversen.
Nach dem Sandstrahlen und Grundieren geht es in Oberhausen an der Hinterachse, den Kardanwellen und der Druckluftbremsanlage weiter.
In Eigenregie arbeiten wir parallel in Schierwaldenrath Radscheiben, Blattfedern, Vorderachse, Bremsgestänge und Getriebe auf. 

Eine neue Erkenntnis ist, daß die Vorderachse 1953 offenbar nicht aus Teilen der orginalen LKW-Vorderachse aufgebaut wurde, sondern wohl aus dem Baukasten des Fahrzeugbauers Köhler entstammt. Eigentlich nicht verwunderlich,  war doch der LKW-Anhängerbau in den 1950er Jahren das Hauptgeschäft von Köhler.

Auf dem Deckel der Radnabe der Vorderachse ist das Logo von Fahrzeugbau Köhler (Elmshorn) zu erkennen.
Auch die Hinterachse ist gegenüber der orginalen LKW-Ausführung modifiziert. Auf die Radnaben sind kurze Wellenstümpfe für die Lager der außen angebauten Zusatzfederung angeschraubt.

 

3 Aufnahmen von einem kurzen Besuch beim Autohaus Senden in Geilenkirchen: Die Front des Aufliegers ist fertig geformt. Die Fensterbänder liegen bereits und die Türrahmen sind rekonstruiert.

Auch an der Borgward-Zugmaschine geht es jetzt weiter. Das Fahrgestell ist in seine Baugruppen zerlegt und kann jetzt gut befundet werden. Am Samstag wird vor Ort in Oberhausen besprochen welche Arbeiten konkret erforderlich sind.

Bei Regenwetter haben wir uns heute in die Werkstatt zur Aufarbeitung von Kleinteilen zurückgezogen.
Zwischen dem 17.06.1972 in Mülheim und seinem Abtransport 1978 in Aachen hat der LT4 sein Drucklufthorn auf dem Kotflügel verloren. Nach der Bauartbeschreibung und der Beschriftung im Sicherungskasten war dieses Drucklufttyphon elektrisch angesteuert worden. Glücklicherweise haben wir genau ein solches Typhon der Marke Hella bei uns im Lager liegen, welches zudem auch noch von der SVG stammt! (Bild 2) Die SVG hatte dieses Typhon 1957 beim Umbau der Diesellok L 20 (heute IHS V 14) eingebaut. Bei der Aufarbeitung der V14 bei der Selfkantbahn im Jahr 1982 und dem Ersatz der maroden 12 V Verkabelung durch eine eisenbahntypische 24 V Elektrik hatten wir dieses Typhon gegen ein Makrofon der Marke Zoellner getauscht. Ein Test ergab, daß das vor über 30 Jahre eingelagerte Typhon noch funktioniert!
Entrostet und neu lackiert wurde auch das Läutewerk des LT 4. Auf dem Bild 3 ist es von der Unterseite zu sehen. Im Betrieb wird die Glocke (die auf dem Bild sichtbare "Schüssel")  per Druckluft mit einer Stahlkugel angeschlagen. Nach dem Drucktrocknen der Farbe wird nächste Woche das Läutewerk wieder montiert und bis zum Einbau ins Fahrgestell eingelagert. Ebenso haben wir das "Anhänger-Dreieck" zerlegt (Bild 4). Mit ihm wurde bei der Inselbahn signalisiert, daß ein weiterer Triebwagen dem L.T.4. folgte. Das Unterteil des Anhänger-Dreiecks konnten wir gangbar machen und es wird nach Entrostung, Lackierung, Verkabelung und Schmierung aller beweglichenTeile weiterverwendet werden können. Das Blech vom Oberteil des Anhänger-Dreiecks ist nach 28 Jahren Seeluft und weiteren 20 Jahren Abstellung unter freiem Himmel nur noch Blätterteig. Im ersten Bild ist das Gehäuse bzw. dessen Reste von innen zu sehen. Hier sind anspruchsvolle Spenglerarbeiten gefragt, sofern sich nicht noch ein gutes Tauschteil findet.

 

Deutliche Fortschritte haben in den letzten Wochen die Karosseriearbeiten am Auflieger bei der Fa. Senden gemacht. Die Restaurierung der Tragstruktur ist weitgehend abgeschlossen und größere Teile der Beplankung sind nachgefertigt und eingepasst. Professioniell werden die Bleche zugeschnitten und eingeschweißt (Bild 1). Auch das "Hinterteil" ist fertig (Bild 2), ebenso das zugehörige Kastengerippe (Bild 3). Im letzten Bild ein Blick von innen auf die Vorderfront vom Auflieger.

Andilin, ein Borgward-Freund aus dem Borgward-Forum, hat die Tankanzeige restauriert. Beeindruckend ist der "vorher - nachher" Vergleich. Die Tankanzeige wirkt jetzt wie ladeneu! In die Rückseite des Gehäuses sind die Ziffern "4 53"  eingeschlagen. Dies steht wohl für April 1953; passend zum Baujahr des Triebwagens.

Bei der Fahrer- und Beifahrertür der Zugmaschine fehlen beide Griffe. Eigentlich steht die Beschaffung von Beschlagteilen ganz am Ende einer Restaurierung. Letzte Woche ergab sich aber die Möglichkeit, aus alten Lagerbeständen zwei gut erhaltene Türgriffe auftzutreiben. Hoffen wir jetzt, dass sie nicht zu lange Vitrinenstücke bleiben müssen.

Der Auflieger ist bei der Firma Senden von der Abstellhalle in die Werkstatt umgezogen. Die ersten neuen Bleche wurden bereits zugeschnitten, gebördelt und zum Anpassen am Gerippe provisorisch befestigt.  Gut ist auf einem der Bilder auch die Hilfsachse unter dem Auflieger zu erkennen. So kann der Auflieger schnell in der Werkstatt versetzt und rangiert werden.